Übersetzungsfunktion der Geisteswissenschaften

`Übersetzungsleistungen' stellen eine Basiskompetenz des Menschen dar, die sich in einem langen Prozess anthropotechnischer Evolution in unterschiedlicher Intensität und Ausformung beispielsweise in Fertigkeiten und Fähigkeiten des Sprechens, Abbildens, Ordnens, Vergleichens, Zählens oder Erinnerns niederschlägt. Zugleich bezeichnen sie eine geisteswissenschaftliche Kernkompetenz.

Mit den Bereichen Verständigung (im Sinne intra- und interkultureller Diskurse), Vergegenwärtigung (der Vergangenheit im Sinne eines kulturellen Gedächtnisses) und Übertragung (im Sinne des Diskurses zwischen Geistes-, Sozial-, Lebens- und Naturwissenschaften) sind zentrale Aspekte geisteswissenschaftlicher Übersetzungskompetenz beschrieben. Sie antworten - in je unterschiedlicher Akzentuierung und Wahrnehmung - auf das Bedürfnis von Mensch und Gesellschaft nach Verstehen. Übersetzen ist auch Interpretieren und Gestalten. Übersetzungsprozesse sind nicht nur als ein Phänomen menschlicher Kultur zu betrachten, sie sind Movens der kulturellen und gesellschaftlichen Veränderung.

Es werden interdisziplinäre Forschungsverbünde gefördert mit dem Ziel

  • die geisteswissenschaftliche Expertise des ,Übersetzens' herauszustellen und diese Kompetenz in interdisziplinären Arbeitszusammenhängen weiter zu entwickeln
  • innovative Anwendungsfelder für die geisteswissenschaftliche Übersetzungskompetenz auch im Sinne einer Übersetzung von theoretischem Wissen in Orientierungs- und Handlungswissen zu erschließen
  • die Forschung in und mit den Museen zu stärken, eine Vernetzung von Museen mit Hochschulen und Forschungsinstituten zu erhöhen und neue Allianzen zu ermöglichen.

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Dr. Sabine Gieske

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