Systemische Risiken beschreiben im Gegensatz zu Einzelrisiken solche Gefahren, die eine sich selbst verstärkende, krisenhafte Dynamik annehmen können. Sie durchziehen weite Teile von Wirtschaft und Gesellschaft, ohne in ihrer gesamten Komplexität wahrgenommen zu werden.
Ihre besondere Brisanz gewinnen systemische Risiken nicht allein aus den direkten physischen Schäden, die sie verursachen. Es sind vielmehr die weit reichenden Wirkungen in zentralen gesellschaftlichen Systemen (etwa der Wirtschaft, der Finanzwelt oder der Politik), die den Umgang mit diesem Risikotyp schwierig und zugleich dringlich machen.
Während es relativ leicht ist, einzelne Risiken zu identifizieren und auf Basis von Forschungsergebnissen Handlungsmaßnahmen zu entwickeln, ist dies bei systemischen Risiken deutlich schwieriger. Hier spielt der Umgang mit Unsicherheit eine wichtige Rolle, wodurch der Ansatz der Risikovorsorge an Gewicht gewinnt. Dies ist auch der Ausgangspunkt für fünf seit Januar 2006 geförderte Forschungsvorhaben, die exemplarisch Ansätze zu Analyse- und Handlungsmaßnahmen für systemische Risiken liefern sollen. Thematisch beschäftigen sich die Projekte mit aktuellen gesellschaftspolitisch brisanten Problemen wie Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen, Trinkwasserverunreinigung durch Arzneimittelwirkstoffe, Koexistenz von Landwirtschaft mit und ohne gentechnisch veränderte Pflanzen, Risiken durch allgegenwärtige Kommunikations- und Informationstechnologien sowie Nahrungsergänzungsmitteln und dem Einsatz der Nanotechnologie.
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(URL: http://www.pt-uf.pt-dlr.de/_media/Projektliste_SR.pdf)