Die Bionik bezeichnet das Übertragen von Struktur- und Funktionsprinzipien der belebten Natur zur bestmöglichen Lösung anwendungsorientierter Aufgaben. Sie gewinnt für einen nachhaltigen technologischen Fortschritt mehr und mehr an Bedeutung. Das wachsende Interesse an bionischen Lösungswegen sowohl in Wissenschaft als auch in Industrie und Wirtschaft hat guten Grund: Durch das nahezu unerschöpfliche Repertoire der Natur an hocheffizienten Konstruktionen und Mechanismen ist die Bionik eine Innovationsquelle in einem breiten Spektrum von Forschungsbereichen.
Die Systeme der belebten Natur bestechen u.a.durch mehrdimensionale Optimierung, minimalen Energie- und Materialeinsatz und eine nahezu vollständige Kreislauflaufführung ihrer Abfälle. Mit diesen Merkmalen dienen sie als Vorbilder und Ideenlieferanten für umweltschonende Produkte und Verfahren, d.h. für nachhaltiges Wirtschaften. Somit bietet die Bionik einen strategischen Ansatz zur Nachhaltigkeit.
Bionik ist der Schlüssel zu Innovationen auch auf Gebieten, wo man bisher mit konventionellen Methoden nur noch kleine Schritte zur Verbesserung von bestehenden Entwicklungen gehen konnte. Da die Bionik aufgrund ihres starken interdisziplinären Charakters als Katalysator über die Fachgrenzen hinweg fungiert, nimmt sie auch eine weiterreichende Schlüsselstellung für die Technologieentwicklung und den Systemwandel ein. Durch bionische Forschung können neue und wirksame Formen interdisziplinärer Zusammenarbeit realisiert und die zielgerichtete Verknüpfung von wissenschaftlicher Forschung mit industrieller Entwicklung vorangetrieben werden.
So wie die Bionik zu diesen brachenübergreifenden Innovationen beiträgt, erfährt sie selbst durch den wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt auf anderen Fachgebieten starken Vorschub. Die letzten Jahre und Jahrzehnte brachten Erkenntnisse und Methoden hervor, z.B. im Bereich der Nanotechnologie, durch die viele Strukturen und Funktionsweisen der belebten Natur überhaupt erst untersucht und viele technische Umsetzungen überhaupt erst gewagt werden konnten.
Mit der Fördermaßnahme "BIONA - Bionische Innovationen für nachhaltige Produkte und Technologien" soll das große Ideenrepertoire der belebten Natur für nachhaltige und wettbewerbsfähige Lösungen weiter erschlossen werden. BIONA unterstützt den Transfer von innovativen bionischen Ansätzen in Prototypen und Demonstrationsmodelle. Wie die Bionik selbst, so ist auch BIONA nicht auf eine bestimmte Wissenschaftsdisziplin oder Branche festgelegt, sondern umfasst die Bereiche Materialien und Stoffe, dynamische Systeme, statische Konstruktionen, Prozesse, Datenübertragung und -verarbeitung sowie Organisationsformen.
Deutschland verfügt in der Bionik durch den vom BMBF initiierten Aufbau des Bionik-Kompetenz-Netzes BIOKON über eine bedeutende vernetzte Forschungsinfrastruktur und eine international herausragende Position. Zusätzlich zur Netzwerkbildung wird die bionische Forschung über verschiedene BMBF-Programme, darunter das Rahmenprogramm "Forschung für die Nachhaltigkeit", gefördert. Aufgrund der fachübergreifenden Struktur der Bionik, wird auch die Förderung der bionischen Forschung in verschiedenen Fach- und Rahmenprogrammen des BMBF durchgeführt. Diese Förderaktivitäten wurden im Herbst 2005 mit dem Förderkonzept Bionik unter ein gemeinsames Dach gestellt und zu einer Gesamtstrategie zusammengefügt.
Der Iniitierung, Intensivierung und Nutzung von Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen wird bei der Förderung bionischer Forschung hohe Bedeutung beigemessen. Denn erst das erfolgreiche Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Wirtschaft entfaltet das volle Potenzial, über das die Bionik zur Stärkung von Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit am Standort Deutschland verfügt.
(URL: http://www.bionische-innovationen.de)
(URL: http://www.pt-uf.pt-dlr.de/de/407.php)
(URL: http://www.pt-uf.pt-dlr.de/de/554.php)
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(URL: http://www.biokon.net/)